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WIR ÜBER UNS


Grußwort des Landrates

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu einem Vierteljahrhundert Bestehen des Verbandes der Behinderten – Kreis-verband Gotha e. V. gratuliere ich Ihnen heute von Herzen. Seit der Gründung am 12. Mai 1990 hat sich Ihr Verband zum wichtigsten Interessenvertreter von Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung in unserer Region entwi-ckelt. Als Organisation mit rund 200 Mitgliedern leistet Ihre Gemeinschaft unver-zichtbare Lobbyarbeit und sorgt dafür, dass die Anliegen, Sorgen und Probleme von Menschen mit Behinderungen Gehör finden und einer Lösung zugeführt wer-den. Dass die Integration von Menschen mit Behinderungen in unsere Gesellschaft als wichtige politische und gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen und umgesetzt wird, ist nicht zuletzt Ihr Verdienst.

Neben der unverzichtbaren Interessenvertretung aber unterstützen Sie Menschen mit Behinderungen in deren Bestreben nach einem selbstbestimmten Leben direkt. In diesem Engagement geht das Engagement des Verbandes weit über Fragen des täglichen Lebens hinaus – die Mitglieder organisieren Freizeitangebote und machen sich stark für die Integration behinderter Menschen in der Gesellschaft.

Die Kreisverwaltung war von Anbeginn an bestrebt, Ihrem Verband ein verlässli-cher und vertrauensvoller Partner zu sein. Dabei denke ich beispielsweise an den zur guten Tradition gewordenen Tag der Begegnung, den wir nicht nur finanziell unterstützen. Oder an die Verkehrsbegehungen, die helfen sollen, Hindernisse im öffentlichen Raum und im Nahverkehr abzubauen. Wir wissen diese kompetente Begleitung sehr zu schätzen. Sei es bei der Einführung von Niederflurbussen und -straßenbahnen im Nahverkehr oder bei den umfangreichen Umbaumaßnahmen in den Schulen und Verwaltungsgebäuden, um die Barrierefreiheit zu garantieren: Stets begleitete Ihr Verband die Vorhaben und Arbeiten konstruktiv-kritisch, so dass wir mit unseren Investitionen auch punktgenau den Bedürfnissen und Anfor-derungen von Menschen mit Behinderungen in unserer Region entsprechen konnten.

„Eine Gemeinschaft ist nicht die Summe von Interessen, sondern die Summe an Hingabe“, lässt sich der französische Autor Antoine de Saint-Exupery zitieren. Sie als Mitglieder des Verbandes der Behinderten leben nach diesem Satz – und Sie haben für sich und für die Gesellschaft viel erreicht.

Für das enorme ehrenamtliche Engagement der Verbandsmitglieder, das nötig ist, um solch eine vorbildliche Verbandsarbeit zu leisten, möchte ich anlässlich des Jubiläums aufrichtige Worte des Dankes finden. Und gestatten Sie mir eine Bitte: Lassen Sie nicht nach in Ihrem Einsatz für behinderte Menschen, denn unsere Gesellschaft braucht Menschen wie Sie!

In diesem Sinne wünsche ich dem Verband der Behinderten, Kreisverband Gotha e. V., und all seinen Mitstreitern ein gelungenes Jubiläumsjahr sowie weiter viel Freude und Erfolg bei der Arbeit.

Ihr

Konrad Gießmann

Landrat des Landkreises Gotha

 

Vorwort des Gothaer Oberbürgermeisters anlässlich des 25jährigen Bestehens des Kreisverbandes des VdB Gotha

Jubiläen und Jahrestage geben uns Gelegenheit Vergleiche zu ziehen, den Ausgangspunkt einer Entwicklung zu betrachten, an ihren Verlauf zu erinnern und die erreichten Ziele mit den ursprünglichen Visionen zu vergleichen. Ich bin mir sicher, dass der VdB-Kreisverband Gotha nach einem Vierteljahrhundert auf eine sehr erfolgreiche Arbeit zurückblicken kann.

Vor 25 Jahren wurde in Gotha der Kreisverband der Behinderten mit der Intention gegründet, aktiv das Leben in der Stadt Gotha und im Landkreis mit zu gestalten. Damit wurde ein erster wichtiger Meilenstein zur Verbesserung der Selbsthilfe behinderter Menschen gesetzt. Mit viel Courage, lebenspraktischer Kompetenz sowie einer Vielzahl von Projekten hat sich der Verband dann in die Entwicklung unseres Gemeinwesens eingebracht und von Anfang an versucht, nicht nur für Rechte einzustehen, sondern auch aktiv und mit vielen Ideen um das Verständnis für die besonderen Lebenssituationen Behinderter zu werben.

Der VdB ist mit seinem Engagement ein wichtiger Partner der Stadtverwaltung Gotha für barrierefreies Planen und Bauen in unserer Stadt geworden. Er hat großen Anteil an der Sensibilisierung für das wichtige Thema der Barrierefreiheit und die Entwicklung unserer Stadt dokumentiert dieses progressive Mitwirken in vielen Bereichen. Die Stadtverwaltung hat sich in den vergangenen Jahren sehr darum bemüht, eine behindertengerechte Infrastruktur und den Zugang zu den öffentlichen Einrichtungen der Stadt behindertengerecht zu gestalten. Barrierefreie Zugänge, Behindertentoiletten, Aufzüge, akustische Ampelanlagen oder weitere Parkplätze sind geschaffen worden.

Auch weiterhin bleibt eine intensive Kooperation nötig. Ich freue mich über die konstruktive Zusammenarbeit bei den zahlreichen Großprojekten und bei den umfangreichen Planungsvorhaben wie beispielsweise bei der Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes 2030+. Das Mitwirken aller schafft hier die richtigen Grundlagen für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt.

Mit dem Dankeschön für die gute Zusammenarbeit verbinde ich auch meine Anerkennung einer besonders engagierten Ehrenamtsarbeit des Verbandes. Das Ehrenamt ist und bleibt für unser Gemeinwohl besonders wichtig. Ich wünsche dem Kreisverband Gotha mit seinen Selbsthilfegruppen viel Kraft und viel Erfolg bei der Vereinsarbeit sowie gutes Gelingen der zahlreichen Projekte und Veranstaltungen.

Ihr

Knut Kreuch

Oberbürgermeister

 

Vorwort des Vorsitzenden

Dies ist nun unsere „JUBILÄUMSCHRONIK“. Der Verband der Behinderten KV Gotha e.V. kann auf 25 Jahre erfolgreiche Arbeit für und mit körperlich, geistig oder auch mehrfach behinderten Menschen und langjährige Projektarbeit mit Kin-dern und Jugendlichen im Landkreis Gotha zurück blicken. Das erfüllt uns mit Stolz!

Einen sehr großen Anteil an der Entwicklung und dem Erfolg unseres Verbandes hat unser 2013 verstorbener Ehrenvorsitzender Michael Schneider. Die langjährige Zusammenarbeit mit ihm hat meine Arbeit für unseren Verband über ein Jahrzehnt wesentlich geprägt und dies war eine Voraussetzung das Amt des Vorsitzenden übernehmen zu können.

Insbesondere die letzten Jahre haben gezeigt, dass der Verband der Behinderten auf einem stabilen Fundament steht und wir trotz aller Widrigkeiten und Tiefschläge unsere wichtige Selbsthilfe- und Aufklärungsarbeit erfolgreich fortgesetzt und unseren Mitgliedern und Freunden ein entsprechendes Umfeld geboten haben, was diese Chronik wieder eindrucksvoll zeigt.

Für die Zukunft wünsche ich uns, dass wir gemeinsam auf dem erreichten aufbauen und alles daran setzen, die 25 jährige Verbandsgeschichte weiter fortzuschreiben.

Olaf Stiehler

Vorsitzender

Verband der Behinderten, Kreisverband Gotha e.V.

 

Was bleibt, ist die Erinnerung


Michael, deine Herzlichkeit bleibt uns unvergessen!

 

Am 26.06.2013 haben wir unseren Vorsitzenden und Freund Michael Schneider auf seinem letzten Weg begleitet. Trotz tiefer Trauer ist uns eines bewusst, Mi-chael hätte sich immer gewünscht, dass wir die Aufgaben und Projekte unseres Verbandes fortführen.

Seit Gründung des Verbandes 1990 setzte er sich mit viel Herzblut und enormen Engagement für die Belange von Menschen mit Handicap ein. Vorstellungen und Vorhaben des Verbandes konnte Michael mit seiner Persönlichkeit in die Tat umsetzen und weiter entwickeln, dabei hat er nie seine Person in den Vordergrund gestellt. Ohne seinen unermüdlichen Einsatz könnten wir heute nicht auf das 23- jährige Bestehen des Verbandes der Behinderten KV Gotha e.V. zurückschauen. Mit seinem ruhigen und sachlichen, aber dennoch beharrlichen Auftreten hatte er selbst in schwierigen Zeiten Erfolg. Er war immer für andere da. Seine Fähigkeiten Menschen zuzuhören und ihre Anliegen ernst zu nehmen, machten ihn zu einem außergewöhnlichen Menschen. Persönlich bin ich sehr dankbar, dass ich diese Zeit gemeinsam mit Michael erleben durfte.

Für seine großen ehrenamtlichen Verdienste wurde Michael im Jahr 1999 mit der Myconiusmedaille der Stadt Gotha geehrt und im Jahr 2003 erhielt er eine Ehren-amtsauszeichnung der CDU-Landtagsfraktion. Am 29. März 2012 wurde Michael in der Staatskanzlei Erfurt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Ihn zu dieser großen Auszeichnung zu begleiten war für uns eine ganz besondere Ehre.

Hochachtung und Respekt gelten seiner geleisteten Arbeit.

Michael hinterlässt eine schmerzliche Lücke, die nicht zu schließen ist. Wir werden diese mit unseren Erinnerungen und Gedanken an ihn füllen und gemeinsam versuchen, sein Lebenswerk fortzuführen.

Kerstin Horn

Danke für alles Michael!

Das ehrenamtliche Engagement von Michael Schneider kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, was auch in zahlreichen Presseartikeln, Nachrufen oder der Teilnahme von Hunderten von Menschen aus dem Freundeskreis, Weggefährten sowie öffentlichen Lebens zur Trauerfeier, bekundet wurde.

So wurde in der Vorstandssitzung am 28.08.2013 der Beschluss gefasst, Michael Schneider zur Mitgliederversammlung posthum zu ehren. In Erinnerung an ihn, wurde er dann am 09.11.2013 zu Beginn der Mitgliederversammlung zum Ehren-vorsitzenden ernannt und die Urkunde erhielt im Versammlungsraum einen würdigen Platz.

Auch in vielen Zeitungsausschnitten – wie hier in der TLZ vom 18.06.2013 oder im Amtsblatt des Landkreises Gotha vom 20.06.2013 wurden seine Leistungen


 

 

1... Verbandsgründung

1.1 Behinderte vor der Wende in der DDR

Zu DDR-Zeiten waren nur die Blinden und Sehschwachen, sowie die Gehörlosen und Schwerhörigen in Verbänden organisiert. Diese Verbände waren sehr aktiv und arbeiteten mit staatlicher Unterstützung. Für geistig und körperlich behinderte Menschen gab es diese Möglichkeit nicht. Der Staat vertrat die Meinung, daß die Belange und Interessen dieser nicht kleinen Gruppe der Bevölkerung ausreichend durch die Gesetzgebung des Gesundheits- und Sozialwesens, sowie durch die Kirchen mit ihren Einrichtungen abgesichert waren.

Für Kinder gab es spezielle Kindergärten und Sonderschulen, die zum Teil mit Internat für Langzeit- bzw. Daueraufenthalt ausgerichtet waren. Nach Beendigung der Schul- und Berufsausbildung (soweit möglich) war für viele der geistig und körperlich Behinderten die staatliche Fürsorge minimiert. Eine Schulbildung für geistig behinderte Kinder gab es nicht. Für diese blieben die Familie oder der Daueraufenthalt im Pflegeheim. Es gab geschützte Betriebsabteilungen und geschützte Arbeitsplätze in Betrieben und Institutionen, die von staatlicher Seite abgesichert waren.

Mitarbeiter des Sozialwesens engagierten sich gemeinsam mit Betroffenen und deren Angehörigen für die Belange der Behinderten. So begann man mit staatlichen Auflagen damit, in großen Neubaugebieten und bei Vollsanierung von Altbauten behindertengerechten Wohnraum zu schaffen. Dies war schon eine spürbare Verbesserung im täglichen Leben der Behinderten und ihrer Familien.

Bereits 1972 arbeiteten Studenten der Technischen Hochschule Dresden unter der Leitung von Prof. Dr. Ackermann am Projekt "barrierefreies Bauen". Es zeichnete sich also ein reiches Betätigungsfeld für die Zukunft ab, welches sich nicht nur auf die Schaffung von behindertengerechten Wohnraum beschränkte, sondern auch die Möglichkeiten der Teilnahme am öffentlichen Leben und einer aktiven Freizeitgestaltung beinhaltete.

Dazu das Motto:

"Wir sind nicht behindert,

  wir werden behindert!"

 

 

1.2 Die Initiativgruppe Gotha

Mit der gesellschaftlichen Wende 1989/90, dem Aufhören des Bestehens der DDR, brachen die alten und zum Teil bewährten Strukturen weg. Das Leben bewegte sich nicht mehr in staatlich gelenkten und gesicherten Bahnen. Jeder mußte sein Leben in eigene Hände nehmen. So war es erstmals möglich und dringend notwendig, sich neu zu orientieren und vor allem zu organisieren. Gemeinsam ist man stark und kann viel bewegen.

Einem republikweiten Aufruf aus Berlin folgend, bildete sich am 07. 02. 1990 die Initiativgruppe Behinderter des Kreises Gotha mit dem Ziel, einen selbständigen und unabhängigen Behindertenverband zu gründen.

Ein Kopf, der denken kann, sollte fähig sein, Dinge abzuwägen und zu entscheiden. Die Entscheidung für die Gestaltung des Lebens wollten sie selbst übernehmen. Als mündige Bürger wollen sie auch Verantwortung tragen. Der"Erniedrigung" eines Menschen mit "Handicap" sollte nicht die durch Bevormundung folgen. Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft kann nur dort entwickelt werden, wo der behinderte Mensch diese Gesellschaft als seine erfährt und in tatsächlicher, verantwortlicher Teilhabe an ihrem Leben, als gleichberechtigter Partner also, diese mitgestalten kann.

Die Hauptaufgabe war, den Mitgliedern Kontakt, Lebenshilfe und angemessene Freizeitgestaltung zu bieten, Einfluss auf die Kommunalpolitik und die Gesetzgebung zu nehmen, sowie in der Öffentlichkeit auf die Situation Behinderter aufmerksam zu machen und um Verständnis zu werben.

Am 22.03.1990 stand in der TLZ nachfolgender Artikel:

1.3 Die Gründung des VdB Gotha

Am 12.05.1990 wurde der Verband der Behinderten Kreisverband Gotha Stadt und Land e.V. gegründet. An der Gründungsversammlung in der Gothaer Maurerstraße nahmen verschiedene Ehrengästen von Parteien, Organisationen und Institutionen teil. Sie bekundeten durch entsprechende Grußworte ihre Bereitschaft zur Unterstützung der Anliegen der Behinderten.  

Auch ein bundesdeutscher Busunternehmer aus der Nähe von Bonn stellte eine für die Behinderten wohl noch ferne Besonderheit vor. Es war ein Reisebus für Rollstuhlfahrer mit Lift. Der Bus verfügt sowohl über Sitzplätze, als auch über Rollstuhlfahrerplätze. Das heißt, die Rollstuhlfahrer können umgesetzt werden oder im Rollstuhl sitzen bleiben. Somit hat auch dieser Personenkreis problemlos die Möglichkeit, die nähere und weitere Umgebung kennen zu lernen.

 

Während dieser Versammlung, an der auch 73 Gründungsmitglieder teilnahmen, wurde der Entwurf des Statuts einstimmig angenommen und ein erster Vorstand gewählt. Ihm gehörten an:

Michael Schneider Vorsitzender

Detlef Zeyssig stellv. Vorsitzender

Ute Och Kassenwartin

Johanna Schuchardt Beisitzerin

Dr. Sabine Schmidt Beisitzerin

Katrin Naujoks Beisitzerin

Ingolf Horn Beisitzer

Frank Schramm Beisitzer

Gerhard Neudert Beisitzer

 

Der Verein wurde am 18.06.1990 unter der Nummer 25 im Vereinsregister des Kreisgerichtes Gotha eingetragen und wurde vom zuständigen Finanzamt als mildtätig anerkannt.

1.4 Die Herausforderung der Anfangszeit

Mit der Gründung des Verbandes begann die eigentliche Arbeit. Es mußten geeignete Räumlichkeiten gesucht, um finanzielle Mittel geworben und die Möglichkeiten des in dieser Form für uns neuen Rechts- und Sozialstaates erkundet werden. Der Verband organisierte Zusammenkünfte mit Sozialverbänden, Versicherungen, den staatlichen Verwaltungen. Versuche, einen für uns sicher nützlichen Erfahrungsaustausch mit Verbänden der alten Bundesländer zu entwickeln, verblieben in den "Kinderschuhen", bzw. beim Wollen.

Man brauchte entsprechendes Personal, um ein interessantes Verbandsleben zu organisieren und den behinderten Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dies bezog sich nicht nur auf körperliche Hilfe, sondern auch auf Hilfestellungen, um mit der neuen Situation und den Gesetzmäßigkeiten nach der Wende zurecht zu kommen.

Ein weiterer Schwerpunkt der ersten Aufgaben war das Finden von geeigneten – rollstuhlgerechten – Räumlichkeiten, die schwer zu finden waren. Man entschied sich für einen renovierungsbedürftigen Teil einer ehemaligen Kindereinrichtung, der erst hergerichtet werden mußte.

Da der Verband für die Stadt und das Land Gotha zuständig war, gab es auch Transportprobleme, um auch Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten die Teilnahme am Verbandsleben zu ermöglichen.

Es gab also für den neuen Verband genügend Arbeit, um sich auf die neue und ungewohnte Situation einzustellen. Schließlich wollte man ja für einen bestimmten Personenbereich etwas erreichen.

1.5 Die Spezifik des Verbandes

Behinderte und nichtbehinderte Bürger nutzten die Gunst der ersten Stunde und erreichten mit viel Engagement den Zusammenschluss zum Verband der Behinderten Kreisverband Gotha Stadt und Land e.V., der sich das Ziel gesetzt hat, auf spürbare Verbesserungen für das Leben Geschädigter und ihrer Angehörigen einzuwirken. Überlegungen, sich einer westdeutschen Behindertenvereinigung, wie dem VdK, dem Reichsbund oder der Lebenshilfe anzuschließen, wurden von der überwiegenden Mehrheit verworfen. Einer der Hauptgründe dafür war, daß es in den alten Bundesländern keine Vereinigung gab, die die Belange von körperlich und geistig Behinderten gleichzeitig vertritt. Man wollte die eigenen Ziele und Errungenschaften nicht den etablierten und kommerzialisierten Verbänden opfern.

 Am 26.05.1990 wurde der Verband der Behinderten Thüringen e.V. in Gera gegründet, dem sich die meisten Kreisverbände des Bezirkes Erfurt anschlossen. Dieser trat dem "Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland e.V.- für Selbstbestimmung und Würde" bei.

1.6 Die Situation Behinderter nach 10 Jahren

Menschen mit Behinderung – Wie geht es ihnen 10 Jahre nach der Wende? – Diese Frage wird sowohl von den Betroffenen, als auch von ihren Angehörigen sehr unterschiedlich beantwortet werden. Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen erhielten vor der Wende durch gesetzliche Regelung von staatlicher Seite Rat und Unterstützung. Heute gibt es viele Ämter, Vereine und Selbsthilfegruppen, wo man Rat und Hilfe erhalten kann.

Vor der Einheit waren sowohl die Schulzeit, als auch die Berufsausbildung für Menschen mit Handicap gesichert, wenn sie auch sehr häufig in Sonderschulen stattfand. In der heutigen Zeit müssen Eltern sehr darum kämpfen, daß ihre Kinder so gefördert und gebildet werden, wie es ihren Möglichkeiten entspricht. Durch den Einsatz von Fahrdiensten ist es möglich geworden, daß die Kinder zu Hause bei ihren Eltern wohnen. Mit den bewährten Errungenschaften der Vergangenheit, den geschützten Betriebsabteilungen und Einzelarbeitsplätzen aus DDR - Zeiten, erreichte man sehr schnell eine Änderung: Abbau und Wegfall.

Die Chancen Behinderter auf dem Arbeitsmarkt sind gering, eine Möglichkeit den Lebensunterhalt selbst zu verdienen, gibt es kaum.

Die Arbeitgeber zahlen lieber die Ausgleichsabgabe, das heißt bei 16 Arbeitsplätzen muss der Arbeitgeber 1 Schwerbehinderten oder Gleichgestellten beschäftigen (§ 5 SchwbG). Die Arbeitgeber, die ihrer Beschäftigungspflicht nicht nachkommen, müssen für jeden nichtbesetzten Pflichtplatz die Ausgleichsabgabe von 200,- DM/Monat bezahlen.

Die Wohnsituation Körper- und Mehrfachbehinderter hat sich wesentlich verbessert, da es mit staatlichen Fördermitteln u.a. möglich ist, vorhandenen Wohnraum behindertengerecht um- und auszubauen. Auch im öffentlichen Leben (z.B.: Absenken der Bordsteinkanten, barrierefreies Erreichen von Behörden, öffentlichen Einrichtungen) hat sich in dieser Hinsicht einiges getan. Trotzdem liegen hier noch viele Mängel vor, die mit gutem Willen nach und nach beseitigt werden könnten.

Die Einführung der Pflegeversicherung im April 1995 brachte nicht nur Hilfe für diejenigen, die pflegebedürftig sind, sondern sie hat auch die Lage derer verbessert, die sie pflegen. Viele Beispiele zeigen allerdings auch, daß die Durchsetzung nicht immer einfach ist.

Hat man den nötigen Antrag auf Pflegebedürftigkeit genehmigt bekommen, ist ein Pflegedienst schnell gefunden. Jeder geht davon aus, daß er nun freundlich und medizinisch einwandfrei gepflegt wird. Weit gefehlt ! Wegen Zeitmangel werden die Patienten nun im Schnellverfahren versorgt. Die Minutenvorgaben für die einzelnen Pflegeleistungen sind zu gering. Von den Pflegediensten müssen auf Grund dieser Vorgaben zu viele Patienten versorgt werden. So stehen alle in irgendeiner Weise im Stress. Keinem ist so richtig wirklich geholfen.“

(Ausschnitt aus einem Artikel eines Rundbriefes von Christina Schütze)

2... Verbandsorganisation

Gute Vorsätze der Gründungszeit – hin zu praktischen Hilfen für Behinderte.

Mit eigenen Räumlichkeiten, der Unterstützung des Arbeitsamtes, des Landratsamtes und der Stadt Gotha, sowie den verschiedensten finanziellen Zuwendungen, einem ehrenamtlichen engagierten Vorstand unter der langjährigen Leitung des Vorsitzenden Herrn M. Schneider, ist die eigentliche Verbandsarbeit erst möglich geworden. Besondere Verdienste erwarb sich hierbei auch der am 24.07.1999 verstorbene langjährige stellvertretende Vorsitzender Herr M. Backhaus.

Es galt, Vorstellungen und Vorhaben der Gründungszeit in die Tat umzusetzen und weiter zu entwickeln. Da ein wichtiges Ziel der Arbeit die gesellschaftlich-soziale Eingliederung von Menschen mit Behinderungen ist, haben Veranstaltungen mit integrierendem Charakter einen hohen Stellenwert im Programm. Hierbei unterscheidet man nach internen Treffen und nach externen, d.h. bei denen man „nach draußen“ geht, um Kontakte mit anderen Gruppen bzw. der Bevölkerung zu pflegen.

2.1 Personal

Getragen wird der Verband durch die gute Zusammenarbeit der verschiedensten Mitarbeiter (Vorstand, Zivi, ABM- und SAM-Kräfte und vielen ehrenamtliche Mitarbeiter und Helfer).
Der Verband wird von einem ehrenamtlichen neunköpfigen Vorstand geführt. Der erste Vorstand (Seite 14) bestand aus dem Vorsitzenden, einem Stellvertreter, einem Kassenwart und sechs Beisitzern. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für die Dauer von 2 Jahren gewählt. Auf Grund der Aufgabenteilung änderte sich aber bald die Zusammensetzung des Vorstandes. Seit 1995 gibt es zwei Stellvertreter und nur noch 5 Beisitzer.

Eine Änderung des Vorstandes ergab sich mit der Vorstandswahl am 05.11.2011. Der Vorstand reduzierte sich auf 8 Personen.

Eine Änderung des Vorstandes ergab sich mit der Vorstandswahl am 05.11.2011. Der Vorstand reduzierte sich auf 8 Personen.

Eine weitere personelle Veränderung ergab sich durch den plötzlichen Unfalltod des Vorsitzenden Michael Schneiders am 14.06.2013. Der bisherige Stellvertreter Olaf Stiehler übernahm den Vorsitz des Verbandes und Petra Christ wurde neben Ludwig Münch ebenfalls Stellvertreter.

Zur turnusgemäßen Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl am 09.11.2013 wurde Olaf Stiehler dann auch von den anwesenden Mitgliedern zum Vorsitzenden des VdB Gotha gewählt.

Außerdem bestand der Vorstand seit diesem Zeitpunkt wieder aus 9 Personen.

Als erste Zivildienstleistende begannen am 01.09.1990 Jörg Klatt und Stephan Wenzel ihren Zivi-Dienst im Verband. Waren es also zu Beginn noch 2 Zivis, reduzierte sich die Anzahl im Laufe der Jahre auf einen Zivi. Auf Grund des immer höher werdenden Eigenanteils, den der Verband tragen mußte, beendete Ronny Müller als letzter Zivi am 31.01.2000 seinen Dienst im Verband.
Im September 1991 begannen Carmen Reitz und Ulrike Reinhold mit einem sozialpädagogischen Praktikum. Dabei kümmerten sie sich besonders um das Freizeitangebot. Carmen Reitz beendete dann am 31.08.1996 ihre Tätigkeit im Verband.

Neben den Zivildienstleistenden wird der Verband aber auch durch das Arbeitsamt durch ABM-Kräfte (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen) unterstützt. So begannen am 01.10.1990 Kerstin Münch und Michael Starke ihre Maßnahme im Verband. Auch hierbei reduzierte sich die Einsatzzeit und Anzahl der ABM-Kräfte nach und nach. Seit März 2003 beträgt die Einsatzzeit einer AB-Maßnahme nur noch ½ Jahr. Das ist natürlich nicht gut. Denn hat man sich gerade eingewöhnt und die VdB-Mitglieder an die Person gewöhnt, ist sie schon wieder weg.
Eine andere Maßnahme sind die SAM-Kräfte (Strukturanpassungsmaßnahmen). Auch hier verkürzte sich seit Beginn 2000 die Einsatzzeit ständig.
Große Probleme bekam der Verband am Jahresende 2002. Auf Grund der allgemeinen Sparmaßnahmen liefen zu diesem Zeitpunkt die 3 AB- bzw. SA-Maßnahmen aus, ohne daß neue Stellen genehmigt wurden. Mit verschiedenen Schreiben des Verbandes und speziell der SHG „Multiple Sklerose“ an Politiker, im Rundbrief und in der Tagespresse machte der Verband auf das Problem aufmerksam. Schließlich ist nicht alles nur ehrenamtlich durchzuführen. Ab März 2003 entspannte sich die Situation dann wieder etwas.

Am 1.10.2004 konnten die ehemaligen angestellten bzw. ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Regina Jäger und Christin Hartleb auf der 1-Euro-Stundenbasis eingestellt werden.

Am 01.09.2008 übernahm Frau Christin Hartleb die Leitung eines neuen Projektes – die „Integrative Jugendvereinsarbeit“. Auch dieses Projekt lief wieder drei Jahre und wurde von der Aktion Mensch durch Sach- und Personalkosten gefördert.

Am 30.09.2014 endete auch das von der Aktion Mensch teilfinanzierte Projekt „Wie sieht das Leben mit körperlichem Handicap aus?“. Die Arbeit in den Schulen lief allerdings auf ehrenamtlicher Basis weiter. Eine Weiterfinanzierung von Christin Hartleb war in der gewohnten Form nicht mehr möglich. Daher war sie ab Oktober 2014 vorerst auf der Basis eines Hinzuverdienstes sowie ehrenamtlicher Arbeit im Rahmen Ihrer Möglichkeiten im Verband tätig. Ab 01.12.2014 nahm sie eine neue Tätigkeit auf. Sie führte aber ihre Arbeit im Vorstand fort und stand auch ehrenamtlich dem Verband im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Verfügung.

Eine wichtige Personalsäule sind auch die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter und Helfer im Verband. Hier kann der Verband jederzeit auf einen großen Stamm zurückgreifen. Ohne sie wäre manches Treffen oder Großveranstaltung kaum durchführbar.

2.2 Räumlichkeiten

Geeignete Räumlichkeiten waren sehr schwer zu finden. So fand die erste öffentliche Diskussionsveranstaltung am 07.03.1990 im Ratioprojekt in der Reuterstraße statt.

Zur Gründungsversammlung am 12.05.1990 mußten natürlich größere Räumlichkeiten gefunden werden. So entschied man sich für den Speisesaal der ehem. SED-Kreisleitung in der Maurerstraße in Gotha.

Doch der Verband benötigte ja für all seine Aktivitäten Räumlichkeiten, speziell auch zugänglich für Rollstuhlfahrer, einschließlich WC, die er ständig nutzen konnte. So entschied man sich für einen renovierungsbedürftigen Teil der ehemaligen Kindereinrichtung „Bummi“ in der Damaschkestraße 33.

Am 01.07.1990 wurde mit der Renovierung begonnen. Mit ABM-Kräften, der Hilfe von zwei Zivildienstleistenden, sowie mit der Unterstützung der Stadt Gotha und vielen freiwilligen Arbeitseinsätzen entstand das erste Domizil, welches dann im November 1990 mit einem gemütlichen Beisammensein eingeweiht wurde.

Die Vielzahl der Angebote von Freizeit- und Informationsveran-staltungen wurden gerne angenommen und zahlreich genutzt, so daß die „alten“ Räumlichkeiten im ehemaligen Kindergarten „Bummi“ bald an die Grenzen ihrer Möglichkeiten angelangt waren. Eine Rekonstruktion des vorhandenen Bauzustandes war finanziell unrealistisch und hätte keine räumliche Veränderung gebracht. Bereits 1991 hatten man den heimlichen Wunsch nach einem eigenen Haus und nach besseren Räumlichkeiten.
Im Rahmen des geplanten Neubaus eines Einkaufszentrums auf dem Grundstück des alten Kindergartens bot sich auch für den Verband der Bau eines neuen Hauses an. Ein langer Weg bis zur Absicherung der Gesamtfinanzierung begann. Nach vielen Anträgen, Wegen und schlaflosen Nächten konnten die Fertigstellung im Dezember 1995 abgeschlossen werden.

Mit dem Einzug in das neue Freizeit- und Informationszentrum im Januar 1996 ist es gelungen, die räumliche Situation wesentlich zu verbessern. Dieser Erfolg hatte viele Beteiligte und ohne die Unterstützung der Stadt und des Landratsamtes Gotha, der Landtagsabgeordneten, sowie dem Thüringer Ministerium für Soziales und Familie, dem Thüringer Landtag, dem Petitionsausschuß und den zahlreichen privaten Sponsoren hätte man dieses nicht erreicht. Nicht nur der gesamte Vorstand, auch alle Mitarbeiter und aktiven Mitglieder haben es geschafft, daß aus der Idee ein neues Haus entstanden ist.
Neben der inhaltlichen Nutzung für die Verbandsarbeit steht das Haus auch anderen Verbänden und Einrichtungen zur Verfügung.
Einigen Selbsthilfegruppen und Landesverbänden sind die Räume zum regelmäßigen Treffpunkt geworden. Hierfür wurden die Mietkosten auf das Mindestmaß einer Betriebskostendeckung reduziert. Auch für eine private Nutzung sind die Möglichkeiten vorgesehen.

Die Veranstaltungen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, daß die Entscheidung für einen Neubau richtig war. Das, was nun angeboten werden kann, wäre so in den alten Räumen nicht möglich gewesen. Rückblickend kann festgestellt werden, daß das neue Domizil gut angenommen wurde und das Haus, auch durch die Nutzung anderer sozialer und kommunaler Vereine und Einrichtungen, mit Leben gefüllt wurde. Im Herbst 2010 konnte mit finanzieller Unterstützung des Beauftragten für Menschen mit Behinderung beim Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, dem Sozialamt im Landratsamt Gotha sowie Eigenmitteln des VdB Gotha für das Verbandsgebäude eine mobile induktive Höranlage angeschafft werden. Damit sind nun auch Veranstaltungen im FIZ für Hörgeschädigte möglich. Somit können 4-6 Personen mit Hörschädigungen und entsprechenden Hörgeräten versorgt werden. Bei erforderlichem Bedarf ist auch eine Aufrüstung möglich.

 

 

Im Herbst 2012 erfolgte eine Einzäunung des VdB-Geländes. Dies war aus Sicherheits- und Ordnungsgründen notwendig geworden. Teilfinanziert wurde diese Investition aus Lottomitteln des Landes Thüringen, dank der Unterstützung des Gothaer Landtagsabgeordneten Matthias Hey (SPD).

2.3 Fahrdienst

Nach der Gründung des Verbandes wurde der Fahrdienst durch die Firma Minibus-Charter-Service aus Hanau abgesichert.
Eine glückliche Stunde für den Verband schlug am 09.09.1990. Die Firma Lampertz-Central-Funk-Service-Vermittlung aus Hanau stellte dem Verband zwei VW-Transporter für den Behindertentransport zur Verfügung. Ein Bus war mit einem Lift ausgestattet. Mit diesem Fahrdienst war es nun möglich, den Verbands-mitgliedern (einschließlich Rollstuhlfahrern) eine Teilnahme am Verbandsleben zu ermöglichen und zur Normalität werden zu lassen. Die Busse standen aber auch gegen entsprechende Gebühr für Privatfahrten zur Personenbeförderung und für organisatorische Fahrten zur Verfügung.

 

 

Am 06.10.1992 kaufte man den ersten eigenen Kleinbus „Ford Transit“, dem am 22.12.1993, durch Firmen des Kreises Gotha finanziert, ein zweiter Bus „Mercedes“ folgte. Hol- und Bringdienst zu Veranstaltungen, Tagesfahrten, Arztbesuch, Friseur, Ämtern und Behörden, Einkauf und nach Absprache auch für persönliche Fahrtziele waren eine große Errungenschaft, die für ein reges und vielseitiges Verbandsleben und gegen Isolation von Wichtigkeit waren.

 

 

Am 22.01.1994 übergab die Firma „Brunner Sportwerbung Böblingen“ dem Verband einen „VW-Kleinbus“.
Eine herbe Enttäuschung blieb dem Verband aber nicht erspart. Dreiste Diebe stahlen den „Ford Transit“ am 10.08.1995. Am nächsten Tag wurde er defekt wieder aufgefunden.
Im Rahmen des  Familiennachmittags am 08.01.1999 wurde durch die Firma „Brunner Mobil“ dem Verband ein neuer „Iveco-Kleinbus“ zur Verfügung gestellt. Dadurch konnte der alte Kleinbus ausrangiert werden.

Im Beisein von Sponsoren erhielt der Verband dann am 05.03.2002 einen neuen, behindertengerecht umgebauten Kleinbus, bei dem sich der Verband mit 5.000 Euro Eigenanteil beteiligte. So besaß man wieder zwei funktionstüchtige Fahrzeuge zur Abdeckung aller notwendigen Fahrten, sowohl für den Verband, wie auch anderweitig.
Bei Großveranstaltungen wird der Verband aber auch durch den Fahrdienst der Johanniter oder das Taxiunternehmen Müller unterstützt.
Ein Vertrag zwischen dem Verband und dem Schulverwaltungsamt sichert den Transport behinderter Kinder zur Schule. Den Kindern bleibt durch die Übernahme des Transportes der Aufenthalt im Elternhaus erhalten, das Internat entfällt.

Eine neue Möglichkeit des Fahrdienstes ergab sich zu Beginn des Jahres 2005. Das Unternehmen "Kleinbusfahrten Reiner Weißenborn" aus Günthersleben/Wechmar stellte seine Dienste vor: Individuelle Fahrten, Tagesausflugsfahrten, Einkaufsfahrten, Fahrservice für Rollstuhlfahrer usw. mit einem Kleinbus bis zu 8 Fahrgästen oder 7 Personen und zwei Rollstuhlplätzen. So wurden die Fahrten für Personentransporte bei Großveranstaltungen in Anspruch genommen, aber auch zahlreiche Ausflugsfahrten waren somit möglich.

 

Zu einem Unfall kam es am 16.03.2006 mit dem VW-Bus des VdB, bei dem es zum Glück keinen Personenschaden gab bzw. diese nur leicht verletzt wurden. Allerdings entstand am Fahrzeug laut Gutachten ein wirtschaftlicher Totalschaden. Seit dem 26.04.2006 verfügte der Verband wieder über einen zweiten "neuen", behindertengerecht umgebauten Kleinbus. Es ist ein gebrauchter Renault Master mit einer Rampe, der als Ersatz für den VW-Bus gekauft wurde. Der neue Bus hatte diesmal eine blaue Farbe und war so schon von weitem von anderen Fahrzeugen zu unterscheiden.

 

Der ältere der zwei Busse war mittlerweile älter als 10 Jahre und hatte mehr als 200.000 km gefahren. So war es höchste Zeit für ein neues und zweites Fahrzeug als "Brücke zum Leben" für die Mitglieder des VdB. Doch ohne Sponsoren hätten sich der Verband das dringend notwendige Fahrzeug nicht leisten können. Der behindertengerechte Umbau kostete allein rund 10.000 €. Nachdem genügend Sponsoren gefunden und die Finanzierung geklärt war, konnte der neue Renault Master III angeschafft und umgerüstet werden. Am 31. August 2007 war es dann soweit. Der Verband, und hier besonders Ferdinand Fritsche als Fahrer, konnte das neue Fahrzeug in Empfang nehmen.

Im Februar 2013 teilte des Unternehmen „Kleinbusfahrten Reiner Weißenborn“ dem VdB mit, dass aus privaten Gründen das Geschäft als Transportunternehmen nicht mehr weitergeführt wird. Seit Jahren hat das Unternehmen bei Bedarf den Fahrdienst bei großen Veranstaltungen unterstützt. Dies ist somit nicht mehr möglich.

Im Jahre 2012 zeichnete sich auch wieder eine Neuanschaffung eines Kleinbusses ab. Der in die Jahre gekommene Renault Master III musste dringend durch einen neuen ersetzt werden. Am 20. März 2013 war es endlich soweit. Der behindertengerecht umgebaute Ford-Kleinbus konnte unter Anwesenheit eines Großteils der Sponsoren offiziell übergeben werden. Mit Hilfe vieler Sponsoren hatte es die Firma Brunner in fast einjähriger Tätigkeit geschafft, die nötigen Mittel zu beschaffen. Mit einer Teilfinanzierung des Umbaus hat sich die Kreissparkasse Gotha beteiligt. Herr Schedel von der Fa. REHA Technik-Werkstatt Schedel übernahm einen Teil der verbliebenen Kosten und auch der VdB selbst beteiligte sich an diesem wichtigen Projekt, dank des Erlöses aus dem Verkauf des alten Busses.

2.4 Freizeitangebote

Seit der Gründung des Verbandes konnte den etwa 300 Mitgliedern ein ständig verbessertes Freizeitkonzept angeboten werden.
Neben den jährlichen Höhepunktterminen, wie dem Tag der Behinderten, Wander- und Segelflugtag, Frühlings- und Sommerfest, Kirmes, Weihnachtsfeier oder Fasching, finden jeden Monat die verschiedensten Freizeit-, Beschäftigungs-, Betreuungs- und Unterhaltungsangebote statt. Dazu gehören auch Kaffee- und Tagesfahrten oder eine jährliche Tagestour mit einem behindertengerechten Bus. Aber auch die verschiedensten Beratungs- und Betreuungsangebote stehen auf dem Veranstaltungsplan. Innerhalb des Verbandes gibt es auch verschiedene Selbsthilfegruppen.
Um über alle Angebote informiert zu sein, erhält jedes Mitglied monatlich einen Rundbrief mit allen wichtigen Informationen.

2.5 Öffentlichkeitsarbeit - Informationen

Um Vorurteile in der Bevölkerung abzubauen, ist es notwendig, daß sich Behinderte und Nichtbehinderte kennen lernen und die Scheu vor Begegnungen verlieren. Häufig besteht der Wille, dem anderen zu helfen, aber man weiß nicht wie. Wie soll man jemanden ansprechen, wo den Rollstuhl anfassen, wie jemandem mit „Krücken“ in den Bus helfen? Neben den Veranstaltungen in den Verbandsräumen sucht der Verband immer wieder Informationsmöglichkeiten, um diese Unsicherheiten abzubauen.
Dazu zählt z.B. der seit 1990 jährlich stattfindende Tag der Behinderten auf dem Gothaer Neumarkt. Seit 1996 wird er mit dem Selbsthilfetag des Landkreises durchgeführt. Hierbei stellt sich die Selbsthilfekontakt- und Informationsstelle mit ihren Selbsthilfegruppen und ihrer Arbeit vor.
Zum „Tag der offenen Tür“ gibt der Verband im Freizeit- und Informationszentrum der Öffentlichkeit einen Einblick in seine Aktivitäten. Dieses geschah bisher in den Jahren 1991, 1996, 1997 und 1999.
Auf die Besucher warten eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten. Mehr als 2500 Fotos dokumentieren wichtige Ereignisse im Leben des Verbandes. Mit Hilfe eines Videofilmes des Gothaer Video-Film Vereins e.V. kann man sich über das erste Jahr nach der Einweihung des neuen Domizils informieren. Anhand einer Pressedokumentation wird deutlich, wie viel der Verband in den letzten Jahren schon erreicht hat, damit bauliche Barrieren verschwinden. Auch die Arbeitsgruppen „Freizeit Kreativ“ und „Gestaltung“, sowie die Jugendgruppe und die individuelle Schwerstbehindertenbetreuung repräsentieren sich.

Schon seit dem 10.02.1990 erscheint der monatliche Rundbrief. Durch diesen erhalten die Mitglieder und andere interessierte Personen und Institutionen auf 8 Seiten Verbands- und Veranstaltungsinformationen. Auch er hat sein Aussehen und seine Qualität seit dem Erscheinen erfahrungsgemäß verbessert.

Im Juni 2011 wurde erstmals ein farbiger und umfangreicher Rundbrief in gedruckter Form präsentiert. Diese Aufmachung erschien ab nun vier Mal im Jahr. Die restlichen Rundbriefe blieben wie bisher. Neben der bewährten inhaltlichen Berichterstattung der Arbeit, stellte man auch andere Thematiken, sowie Aktivitäten der Behindertenarbeit im Landkreis Gotha vor. Um diesen Quartalsrundbrief für alle Interessenten auch kostenfrei anbieten zu können, war es erforderlich verschiedene Firmen mit Werbeanzeigen aufzunehmen. Den Druck und die Verteilung übernahm das d I m I z - Druckmedienzentrum Gotha GmbH.

Am 08.03.1994 war ein Filmteam des mdr im Verband zu Gast. Es entstand ein Beitrag über die Verbandsarbeit für das Behinderten-Magazin „selbstbestimmt!“. Ein weiterer Film entstand am 30.03.1996 über das neue Freizeit- und Informationszentrum sowie am 25.09.1999.Um eine noch bessere Öffentlichkeitsarbeit zu gewährleisten, wurde am 29.03.1999 die Selbsthilfegruppe „Wir über uns“ – Öffentlichkeitsarbeit durch den inzwischen verstorbenen Manfred Backhaus gegründet. Sie hat sich das Ziel gestellt, den Verband in der Öffentlichkeit noch besser darzustellen. Die geschieht z.B. durch entsprechende Bekanntmachungen zum Tag der Behinderten, durch Zeitungsberichte, Rundbriefgestaltung, Werbetafeln, Fleyer, Broschüren u.s.w.

Neben verschiedenen Unterlagen erscheint durch die Gruppe seit 2001 ein jährlicher Jahresrückblick über das Verbandsleben mit vielen Terminen, Fotos und Zeitungsausschnitten. Ebenfalls seit 2001 gibt die Gruppe jährlich einen verbandseigenen Kalender mit Bildern aus dem Verbandsleben heraus. Unterstützt wird die Herausgabe des Kalenders finanziell durch die AOK Thüringen.

Ab dem Jahr 2012 erschien im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit auch der jährliche VdB-Kalender in einem neuen Format (A 3) und in einer anderen Aufmachung. Bei der bildlichen Darstellung erschienen dann in jedem Monat jeweils 2 Bilder in unterschiedlichen Größen, zum Teil als Gegenüberstellung, und teilweise gab es auch zu den Bildern auf der Rückseite entsprechende Informationen. Die Gesamtherstellung erfolgte dabei durch das d I m I z - Druckmedienzentrum Gotha GmbH mit freundlicher Unterstützung der AOK Plus Sachsen – Thüringen.

Natürlich ist der Verband auch im Internet ein Ansprechpartner für Betroffene und deren Angehörige sowie alle Interessierten.
Auch sonst beteiligt sich der Verband am öffentlichen Leben. So z.B. an den europaweiten Protesttagen Behinderter in Gotha oder 1999 in Erfurt; mit Info-Ständen in Waltershausen oder Bad Langensalza oder bei anderen Veranstaltungen.
In Verbindung mit dem Rat der Stadt und dem Verband konnte bereits zum zweiten mal ein Behindertenwegweiser speziell für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte für die Stadt Gotha erscheinen. Darin sind alle für diesen Personenkreis wichtigen Informationen über Öffnungszeiten, Türen, Stufen , Parkplätze usw. enthalten.

Nach umfangreichen inhaltlichen Überarbeitungen konnte, der 1998 erstmals veröffentlichte Stadtplan für Menschen mit Behinderung, am 17.07.2006 neu herausgegeben werden. Der Plan unter dem Motto "Gotha barrierefrei entdecken" beinhaltet zum Beispiel Bordsteinabsenkungen, Behindertenparkplätze und öffentliche Behindertentoiletten. Weiterhin wird auf einige barrierefreie gastronomische und kulturelle Einrichtungen hingewiesen.

Erarbeitet wurde der Plan durch die Mitarbeiter des VdB, Petra Jeretzky und Anthony Tran Huu, im Rahmen einer Projektarbeit. An der Finanzierung beteiligten sich neben der Stadt Gotha die WibeGo Service GmbH, die Stadtwirtschaft Gotha GmbH sowie die K&K Werbung GmbH Gotha.

 

Um die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes weiter zu verbessern, erfolgte Anfang des Jahres 2007 die Anschaffung eines eigene, beschrifteten Pavillons. Damit war es möglich bei den verschiedensten Großveranstaltungen – so erstmalig am 31. März 2007 beim Gothaer Ostermarkt, aber auch beim Gotthardusfest, Straßenfesten, Trachtenfest usw. –

in der Stadt Gotha oder der Umgebung präsent zu sein und den Verband mit seinen verschiedensten Freizeitangeboten darzustellen. Gleichzeit versteht man sich als Anlaufpunkt für Menschen mit und ohne Behinderung.

 

2.6 Mitgliedschaften

Durch die Mitgliedschaft des VdB Gotha in verschiedenen Vereinen und Verbänden konnte und kann man auf eine gegenseitige Unterstützung bauen.

Seit dem 16.11.1997 Mitglied im Förderverein ISES e.V. Tambach-Dietharz.

Diese Mitgliedschaft endete mit Auflösung des Vereins

Ab dem 01.07.1991 Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) LV Thüringen e.V..

Am 26.05.1990 wurde der Verband der Behinderten (VdB) LV Thüringen e.V. gegründet. Diesem trat auch der VdB Gotha bei. Die Mitgliedschaft endete am 31.12.2003

Seit dem 28.09.1993 Mitglied im Kreisjugendring Gotha e.V..

Seit dem 01.05.1995 Mitglied im Förderverein Gewerbetreibender „Von Gotha für Gotha“ e.V.. Diese Mitgliedschaft endete am 30.06.2012 durch Auflösung des Fördervereins

Seit dem 01.12.2005 Mitglied in der Volkssolidarität KV Gotha e.V.. Diese beruht auf einer gegenseitigen Mitgliedschaft unter gegenseitiger Anerkennung ihrer Satzungen.

Seit dem 01.04.2012 Mitglied im Paritätischen Bildungswerk LV Thüringen e.V..

Auch mit den ortsansässigen Verbänden wie z.B. dem Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Behindertensportverein 1991Gotha e.V. und dem Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer (VdK) gibt bzw. gab es eine gute Zusammenarbeit.

3... Verbandsarbeit

Ein Schwerpunkt der Verbandsarbeit ist von Anfang an das Organisieren und Begleiten von Festen und Feiern, sowie einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Dazu haben sich innerhalb des Verbandes mehrere Selbsthilfe- und andere Gruppen gegründet. Ein breites Angebot nehmen auch die vielen alljährlich stattfindenden Veranstaltungen ein.

3.1 Verbandshöhepunkte

3.1.1 Tag der Behinderten und Selbsthilfe-Tag

Der jährliches Höhepunkt im Verbandsleben ist der „Tag der Behinderten und Selbsthilfe-Tag“ Am 09.09.1990 fand der erste Tag der Behinderten und seit 1996 findet dieser in Verbindung mit dem Selbsthilfetag des Landkreises Gotha statt. Der Ort des Festes der Lebensfreude und der Begegnung Behinderter mit Nichtbehinderten ist dabei der Gothaer Neumarkt, da hier das meiste Publikum angesprochen wird. Lediglich der 10. Behindertentag wurde wegen Umbaumaßnahmen des Neumarktes am Hotel „Der Lindenhof“ in Gotha West durchgeführt.
Als Schirmherr der Veranstaltungen fungiert dabei der jeweilig amtierende Landrat. Weitere Gäste sind die Honoratioren der Stadt Gotha. Neben dem Verband der Behinderten Gotha präsentieren sich etwa 20 Sozialverbände und Einrichtungen gemeinsam mit Reha-Betrieben. Auch die Selbsthilfekontakt- und Informationsstelle mit ihren Selbsthilfegruppen stellen sich mit ihrer Arbeit vor.

Dieser Tag selbst wird mit viel Liebe vorbereitet. Ein buntes und vielseitiges Kulturprogramm für Kleine und Große ist eine würdige Umrahmung des Festes. Eine Tombola mit vielen schönen Gewinnen ist ein Anziehungspunkt. Der Erlös wird u.a. für notwendige Anschaffungen und für die Verbandsarbeit genutzt. Die beiden Gruppen „Freizeit kreativ“ und „Gestaltung“ bieten u.a. an diesem Tag ihre angefertigten Gegenstände (z.B. Seidenmalerei und Collagen) zum Kauf an. Nicht vergessen werden dürfen die vielen freiwilligen Helfer, wie u.a. das VHS Bildungswerk und die Soldaten des Panzeraufklärungs-bataillons Gotha, die wesentlich zum Gelingen des Tages beitragen. Sie leisten Hilfe bei der Betreuung Behinderter und dem Transport und Aufbau von Anlagen. Aber auch ohne die zahlreichen Spenden ansässiger Unternehmen, sowie die Zuwendungen des Landratsamtes Gotha, anderer Kommunen des Kreises und Parteivertretern wäre die Ausgestaltung des Festes so nicht möglich.

Neben den schon traditionellen Informationsständen bot der Verband auch den Interessenten ihre Präsentation an, die bisher noch nicht teilgenommen hatten. Hierbei richtete sich die Einladung insbesondere an Sozial-, Jugend-, Freizeit- und Sportverbände, die ihr Angebot auch Menschen mit Behinderungen vorstellen wollten. Auf Grund der Teilnehmer aus den verschiedensten Sozialgebieten wurde die Bezeichnung „Tag der Behinderten“ in den „Tag der Begegnung“ umbenannt. So trug ab dem 21. Tag, am 12, Juni 2010, dieser die Bezeichnung „Tag der Begegnung und Selbsthilfe-Tag“.

Am 21.06.2014 konnte der VdB bereits den 25. Tag der Begegnung und den 19. Selbsthilfe-Tag begehen. Damit gehört der Gothaer Verband zu den wenigen im Land Thüringen, die nach der Wende gegründet wurden und heute noch bestehen. Auch wenn man meinen könnte, dass bei der Organisation und Durchführung eine gewisse Routine eingetreten sein sollte, ist jeder Tag doch eine besondere Herausforderung. Der OB der Stadt Knut Kreuch lobte den Verband zur Eröffnung mal mit den Worten: „Es ist erstaunlich und beachtenswert, was der VdB mitten in Gotha auf die Beine gestellt hat. Und genau da gehören die Behinderten auch hin – mitten in die Stadt und mitten in die Gesellschaft und nicht an den Rand.“

Dass der Platz manche Jahre gar nicht ausreicht und es jedes Jahr etwas Neues zu ent-decken gibt – wie hier im Jahre 2014 eine Ponny-Kutsche, die auch von Rollstuhlfahrern geführt werden kann – zeigt die große Anziehungskraft des Festes und ist ein Lohn und Lob für die Organisatoren.

 

3.1.2 Bustouren

3.1.2.1 Ganztagestouren

Ebenfalls ein Höhepunkt jedes Jahr ist eine Ganztagestour mit Rolli-Tours, einem behindertengerechten Bus der Firma Holtappels-Reisen. Wie schon beschrieben war der Busunternehmer zur Gründungsversammlung, um sein Unternehmen und den Bus vorzustellen. Somit hat sich eine gute Zusammenarbeit entwickelt, bei der er jedes Jahr mit dem Verband eine Tour von etwa 250 bis 300 km unternimmt. Das schöne dabei ist, daß die Rollstuhlfahrer mit einem Lift in den Bus gelangen und dort im Rollstuhl sitzen bleiben oder auch umgesetzt werden können. Dadurch ist es auch für diesen Personenkreis problemlos möglich, die schönen (und auch weniger schönen) Ecken Deutschlands kennen zu lernen. Lange in Erinnerung bleiben wird die erste große Bustour mit Rolli-Tours nach Bad Kissingen am 28.07.1990. Die Fahrt führte von Gotha über Oberhof – Suhl - Coburg nach Bad Kissingen. Im Bayrischen Kurort angekommen, gab es im Bus einen kleinen Imbiss. Anschließend hatte jeder Zeit, Stadt und Leute näher kennen zu lernen. So nutzten viele die Gelegenheit, Bauwerke aus Gegenwart und Vergangenheit zu besichtigen, im wunderschönen Kurgarten spazieren zu gehen und liebevoll gepflegte Gärten und Anlagen mit exotischen Pflanzen zu genießen. Alles für Rollstuhlfahrer problemlos, da abgeflachte Bordsteine selbstverständlich sind. Die gute Atmosphäre, mit der man in Bad Kissingen empfangen wurde, gestaltete den Tag zu einem besonderen Erlebnis. Moderne Technik machte es möglich. Weitere Fahrten folgten in den folgenden Jahren. Z.B: Harz, Rothenburg O.T., Brühl bei Köln, Ziegenhagen, REHA-Messe Düsseldorf, Bad Orb, Talsperre Hohenwarte, Leipzig, Coburg, Kassel u.a. Aber auch Fahrten zu sportlichen Veranstaltungen wurden geplant und konnten dank einiger Sponsoren durchgeführt werden. Das waren Fahrten z.B. zu nationalen und internationalen Fußballspielen, Hallenfußball, Handball oder zum Biathlon auf Schalke.

 

 

Am 26.07.2005 stellte sich auf dem VdB-Freigelände der barrierefreie Reisebus der Er-furter „Grenzenlos“ Gesellschaft zur Besichtigung vor. Er bietet Platz für bis zu 15 Rollstuhlfahrer und besitz im Bus einen Lift, e2ine behindertengerechte Toilette und eine kleine Küche. Der Bus wurde dann öfters von der integrativen Freizeitgestaltung bestellt, um größere bzw. längere Fahrten abzusichern.

3.1.2.2. Mehrtagestouren

Um das Freizeitangebot zu erweitern, wurde 2006 ein neuer Programmpunkt aufgenom-men. Waren bisher nur Kaffeefahrten, Ausflugsfahrten oder Tagesfahrten im Angebot, so entschied man sich nun auch mal eine Mehrtagesfahrt zu organisieren.

Am 12. September 2006 fuhr man mit Erfurter Busunternehmen „Grenzenlos“ in die Sächsische Schweiz und nach Dresden. Neben der Unterbringung in einem behindertengerechten Hotel in Bad Schandau standen verschiedene Ausflüge auf dem Programm. Dazu gehörte die Besichtigung der Festung Königstein, der Stadt Bad Schandau und der Stadt Dresden. Neben einer Stadtrundfahrt und der obligatorischen Besichtigung der Frauenkirche, durfte natürlich eine Schiffsfahrt auf der Elbe nicht fehlen. Natürlich bestand auch die Möglichkeit die Innenstadt von Dresden ei-genverantwortlich zu erkunden. Als es am 15. September dann wieder Richtung Gotha ging, waren alle Mitreisenden von den zum Teil neuen Eindrücken überwältigt, die sie Dank einer perfekten Organisation des Betreuungsteams erleben durften.

3.1.3 Wandertage

Die landschaftlichen Schönheiten der Thüringer Heimat werden bei den traditionellen Wandertagen erkundet. Der erste Wandertag am 27.04.1991 mit 8 Rollstuhlfahrern und 22 Körperbehinderten, sowie Mitarbeitern vom Landratsamt Gotha und den freiwilligen Helfern zur Burg Gleichen war eine gelungene Veranstaltung. Eine Überraschung war die Kutschfahrt um den Torfstich unterhalb der Wachsenburg. An der Anglerhütte gab es die erste Rast und zu der herrlichen Landschaft Thüringer Rostbratwurst und Volksmusik. Seit der Gründung des Behindertensportvereins 1991 e.V. ist der Wandertag eine traditionelle Veranstaltung beider Verbände. Allerdings organisiert der VdB seit dem Jahre 2003 den Wandertag wieder für sich allein. Eine andere Wanderroute führte zur Ohra-Talsperre nach Luisenthal. Einen Einblick, mit wie viel Arbeit das Wasser aufbereitet wird, um in unsere Wasserleitungen zu gelangen, gewann man durch die sachkundige Erklärung eines Mitarbeiters der Verbandswasserversorgung Nordthüringen. Anschließend wanderten die Rollstuhlfahrer mit ihren Helfern all den Fußgängern durch den Wald, der Talsperre entlang. Am Bestimmungsort angelangt, wartete ein ausgiebiger Imbiss. Eine Thüringer Bratwurst gehörte selbstverständlich dazu. Gute Stimmung und Geselligkeit ließen die Zeit wie im Fluge vergehen und es hieß: Rückweg antreten. Zum Trost: im nächsten Jahr gab es wieder einen Wandertag.
Im Laufe der Jahre konnte man so Stück für Stück neu erkunden. Dazu gehörten Ziele wie die alte Talsperre in Tambach-Dietharz, Frauenwald, der Brandleiteteich Finsterbergen, die Schmalwassertalsperre Tambach-Dietharz, die Scherershütte bei Ohrdruf, Winterstein und das Brunstal im Hainich.

Segelflugtag

Seit dem 12.09.1991 sehen sich die Wagemutigsten regelmäßig einmal im Jahr die Welt von oben an. Der jährliche Segelflugtag ist für alle ein besonderes Ereignis. Ermöglicht wird dieser Tag durch den Flugsportverein Gotha e.V. unter der Leitung der damaligen Vereinsvorsitzenden Frau Stiehm und ihrer engagierten Vereinsmitglieder. Mit Spannung und Freude wird dieser Tag erwartet und in dieser Stimmung auf dem Gothaer Flugplatz angereist. Die Aufforderung: „Einsteigen bitte,“ läßt nicht lange auf sich warten. Dann geht es los!
An einer Seilwinde wird das Flugzeug angezogen und schwebt nach etwa 10-20 Sekunden hoch oben in der Luft. Eine kleine Schleife über einen Teil der Stadt und das Umfeld zeigt Gotha im Spielzeugformat. Die unterschiedliche Tiefe des „Baggers“ erkennt man an der Färbung des Wassers und die Menschen sind nicht viel mehr als ein paar bewegliche Punkte. Alles das sind unvergessliche Eindrücke. Dann geht es zurück zur Erde. Der Nächste wartet schon.
Mit Bratwurst, Kaffee, alkoholfreien Getränken usw. gestaltet sich dieser Tag zu einem kleinen Volksfest auch für die, die nicht fliegen.
Ununterbrochen seit 1991 ist nun der Andrang der „Flug-Passagiere“ jedes Jahr gleich groß. Aber es kann immer nur eine begrenzte Zahl in die „Luft gehen“.

Mitgliederversammlung

Regelmäßig findet im November eines jeden Jahres die Mitgliederversammlung des Gothaer Behindertenverbandes statt. Die erste Versammlung nach Gründung des Verbandes war am 09.11.1991. Auf Grund der Platzverhältnisse fand diese im damaligen Getriebewerk in Verbindung mit der Vorstandswahl und der Verabschiedung einer neuen Satzung statt. Am 24.11.1992 war der Versammlungsort  dann das Energiekombinat am Bahnhof, während man am 27.11.1993 die Vorstandswahl dann im Gemeinschaftshaus in der Goldbacher Straße durchführte. Das neue Logo des Verbandes wurde zur Mitgliederversammlung am 22.11.1994 im Kraftfahrzeugwerk vorgestellt. Auch am 28.10.1995 führte man die Vorstandswahl in der Mitgliederversammlung im Kraftfahrzeugwerk Gotha durch. Seit dem 25.10.1996 finden dann die jährlichen Versammlungen in den eigenen Räumlichkeiten in der Damaschkestraße statt. Erwähnenswert ist die Mitgliederversammlung vom 27.10.2001 mit der Vorstandswahl. Seit diesem Zeitpunkt ist Michael Schneider als einziger des ersten Vorstandes seit der Gründungsversammlung noch im neuen Vorstand vertreten und führt seitdem den Vorsitz. Dieses lange „Durchhaltevermögen“ zeigt doch, daß er seine Arbeit sehr gut macht und auch bei den Mitgliedern des Verbandes beliebt und angesehen ist!

Weihnachtsfeier

Den Abschluß eines ereignisreichen Jahres krönt die Weihnachtsfeier für Alt und Jung. Sie fanden früher im kleinen Kreis bzw. den einzelnen Gruppen statt. Doch seit der Eröffnung des neuen Freizeit- und Informationszentrums gibt es nicht nur die Gruppenweihnachtsfeiern, sondern auch die zentrale Weihnachtfeier für alle Verbandsmitglieder. Hierzu wird durch den Vorstand des Verbandes auch jährlich ein kleines Kulturprogramm zusammengestellt. Ein gern gesehener Gast ist dabei immer der Singegemeinschaft Post e.V. Gotha, der zu Beginn die Teilnehmer mit weihnachtlichen Liedern auf die bevorstehende Zeit einstimmt. Dazu gab es im Laufe der Jahre dann noch verschiedene Auftritte, z.B. durch die Volkloregruppe aus Wandersleben oder die Spinnstube aus Tabarz. Auch sie boten ein buntes Kulturprogramm aus Geschichten, Gesang und Gedichten. Eine besondere Überraschung gab es am 17.12.2003. Hier lag zu Beginn der Weihnachtfeier auf jedem Platz ein kleines Geschenk (Video-Kassette, Honigbär, bunter Beutel o.ä.). Dann kam sogar noch ein Weihnachtsmann und verteilte kleine Präsente. Natürlich war auch alles durch die Mitarbeiter entsprechend geschmückt und es gab zum Kaffee den üblichen Stollen und Plätzchen. Während dieser gemütlichen Stunden wurden so alle auf die Weihnachtszeit eingestimmt.

Frühling- und Sommerfest

Seit dem 26.05.1998 ist regelmäßig im Frühjahr das Frühlingsfest im Verband. Entsprechend der Witterung findet diese Veranstaltung auf dem Freigelände oder in den Räumlichkeiten statt. Das erste Sommerfest war dann am 13.08.1998. Dabei gibt es nach dem Kaffee ein kleines Kulturprogramm, dargeboten von den Kindern des nahe gelegenen Kindergartens oder es tritt der Singegemeinschaft Post e.V. Gotha e.V. auf. Es kamen aber auch schon andere Künstler zur Unterhaltung. Hier sind stellvertretend z.B. die Erfurterin Madame Dschamila mit ihrem orientalischen Bauchtanz, oder die verschiedenen Jugendtanzgruppen wie „Foxy“ zu nennen. Zur musikalischen Unterhaltung spielt dann immer ein Alleinunterhalter. Und natürlich darf bei so einem Fest auch das Abendessen vom Rost nicht fehlen. Hier stehen die Verbandsmitarbeiter und braten Rostbratwurst und Steak. Natürlich kommen auch die Unterhaltung und der Spaß an so einem Nachmittag nicht zu kurz.

Partytreff

Mit der Fertigstellung der neuen Räumlichkeiten war natürlich auch die Möglichkeit eines größeren Kultur- und Freizeitangebotes möglich. So lud der Verband erstmals am 21.03.1996 zum Partytreff ein. Dazu trat das Duo „C & H“ sowie die Jazz-Dance-Gruppe „Moonlights“ auf. Während der nächsten Partytreffs gab es dann Auftritte durch die Wanderslebener Spinnstube, den Gothaer Hand-glockenchor, einer Ballettgruppe des Faschingsvereins Wechmar, der Rollschuhgruppe „Starlight-Express“ oder am 29.03.2003 war der „Kleine Streichelzoo“ des Gothaer Tierheims  „Arche Noah“ in den Verbandsräumen. Der letzte Partytreff war am 27.03.2003. Da gab es zum Abendessen Spanferkel.

Kirmes

Am 21.09.2001 stand eine neue Feier auf dem Programm. Es war Kirmes. Das Kulturprogramm dazu wurde von dem „Goldbacher Heimat- und Kirmesverein e.V.“ gestaltet und für die musikalische Unterhaltung sorgte der „Wintersteiner“. Natürlich gehört dazu ein zünftiges Abendessen. Und da hatten sich die VdB-Mitarbeiter wieder etwas einfallen lassen. Es gab eine Schlachtplatte mit Fleisch, Rotwurst, Leberwurst und Sauerkraut. Während der Feier kam eine tolle Stimmung auf und so gab es gar keine Frage, nächstes Jahr ist wieder Kirmes.

 

Am 08. Oktober 2010 fand die letzte Kirmes im VdB statt. Aus organisatorischen Gründen der Goldbacher Kirmesgesellschaft, wurde ab 2011 daraus das Herbstfest. Allerdings fiel dieses im Jahre 2011 aus Mangel an Anmeldungen aus.

Familienfeiern

Auf Grund der vorhandenen Räumlichkeiten einschließlich kompletter Küche bietet sich das Freizeitzentrum für die verschiedensten Feiern an. So fanden hier schon öfter Feiern durch Verbandsmitglieder statt. Aber auch die Möglichkeit von Feiern durch Nichtmitglieder wird gerne angenommen. Sie können dann die Räumlichkeiten mit oder ohne Küchennutzung mieten und ihre Feier hier abhalten.

Am 24.09.2012 wurde in der Vorstandssitzung einstimmig beschlossen, die Verbandsräume nicht mehr für private Feiern zu vermieten. Der Grund lag in den immer größer werdenden Problemen – Ärger mit der Nachbarschaft, Lärmbelästigung, Verschmutzung, Beschädigung u.s.w.. Die Räumlichkeiten stehen nur noch für Treffen anderer Vereine oder SHG’s gegen einen kleinen Obolus zur Verfügung.

Disco - Musik vom Band

Heiße Rhythmen lassen bei Disco-Veranstaltungen die Herzen der Jugendgruppe höher schlagen. Einmal im Monat ist Disco-Party. Laute Musik dröhnt aus den Boxen und die Bässe hämmern. DJ‘s wie Michael wissen, was ihre Freunde in Stimmung bringt. Ausgelassen wird getanzt. Für viele ist die Disco die einzige Möglichkeit, einmal richtig abtanzen zu können. Der Besuch einer öffentlichen Disco ist einfach mit zu vielen Problemen verbunden, nicht nur wegen der baulichen Barrieren. „Als Epileptiker rennen die dich doch über den Haufen“, meint ein Jugendlicher, ein anderer stimmt zu. Reizen, ja, das würde sie es schon, einmal in so eine Disco zu gehen.

Aus verschiedenen Gründen wurde diese Nachmittage dann Ende 2002 aus dem Veranstaltungsplan gestrichen.

Treffen mit L'amitie

Am 18.12.1991 traf man sich erstmals mit Vertretern des multikulturellen Zentrums L’amitie, damals noch in den alten Räumlichkeiten, zu einem kulinarischen Essen. Diese Treffen wurden dann auch weiter geführt und man traf sich auch zu den Party-Veranstaltungen. Das letzte Treffen dieser Art fand dann am 27.03.1998 statt

Familiennachmittag

Schon eine lange Tradition im Verbandsleben haben die Familiennachmittage. Beim gemeinsamen Mittag- bzw. Abendessen, sowie Kaffee und Kuchen gibt es immer viel zu erzählen und Neues zu berichten. Sie finden einen regen Anklang und werden gut besucht.

Seit März 2011 stellt der VdB in unregelmäßigen Zeitabständen zu den Familiennachmittagen in einer Diashow Bilder der vergangenen Veranstaltungen vor. Anschließend können diese Bilder durch die Anwesenden über den VdB bestellt werden.

Ausflugsfahrten

Neben der bereits erwähnten Ganztagestour mit dem behindertengerechten Bus, bietet der Verband noch mehr Ausflugsfahrten im kleineren Rahmen an.

Tagesfahrten

Im Rahmen der (finanziellen) Möglichkeiten und der Auslastung werden auch Tagesfahrten durch den Verband, bzw. durch eine jeweilige Gruppe seit 1991 angeboten. Hierbei werden solche Ziele angesteuert wie die ega in Erfurt, das Planetarium in Jena, Bad Salzungen, das Rosarium in Sangerhausen oder Oberhof. Auch eine Fahrt zum Erfurter Weihnachtsmarkt steht jährlich im Programm. Zwischen 1996 und 2003 wurden Fahrten zur Tanzgala nach Erfurt angeboten.

Fahrten mit dem VdB-Bus

Ab April 2011 setzte sich der blaue VdB-Bus in kleineren zeitlichen Abständen zu Fahrten in die nähere Umgebung in Bewegung. Ziele waren Orte die nicht nur Thüringenfreunde gefallen, sondern auch auf Personen mit eingeschränkter Körperbeweglichkeit Rücksicht genommen hatten. Die Organisation dieser Fahrten lag im Verantwortungsbereichs des Kraftfahrers Michael Mandler. Es ging z.B. nach Oberhof, Mühlhausen, Inselsberg, Schloß Molsdorf oder in den Hainich. Im April 2012 fand vorläufig die letzte Fahrt dieser Art statt. Es meldeten sich immer mehr Rollstuhlfahrer für diese Fahrten, die auf „Schieber“ angewiesen waren und an denen mangelte es leider.

 

 

 

Kaffeefahrten

Sehr beliebt sind die monatlich angebotenen Kaffeefahrten. Hierbei geht es mit den verbandseigenen Fahrzeugen in die nähre Umgebung von Gotha, zum Teil zum Mittagessen und zum Teil zum Kaffeetrinken. So ist es möglich, auch die Umgebung von Gotha, einschließlich die verschiedensten Lokalitäten auch für den Personenkreis zu erkunden, die sonst nicht die Möglichkeit haben. Dazu zählen z.B. solche Einrichtungen und Orte wie der „Berggarten“ und der „China-Garden“ in Gotha, Wangenheim, Apfelstädt, Herrenhof, Boxberg u.a., die hier nicht alle aufgeführt werden können

Fahrt mit der Thüringer Wald- und Strassenbahn

Auf Grund eines Gutscheines der Thüringer Wald- und Straßenbahn Gotha im Jahre 2000 wurde den Mitgliedern eine kostenlose Fahrt ermöglicht. Die Sonderfahrt ging am 17.10.2000 nach Tabarz. Nach einem Aufenthalt mit einem zünftigen Bratwurstessen ging es dann wieder nach Gotha zurück. Die zweite Fahrt endete am 16.10.2001 an der Marienglashöhle mit einer Besichtigung dieser. Am 27.10.2003 war das Ziel das Freizeitzentrum in Waltershausen. Auch hier gab es nach einer Besichtigung eine Rostbratwurst für jeden, bevor es dann wieder auf den Heimweg ging. Die Fahrt am 19.10.2004 hatte als Ziel wieder die Wendeschleife Tabarz.

AG Bau und Verkehr

Die Arbeitsgruppe Bau und Verkehr wurde bereits am 04.04.1990 unter dem Vorsitz von Ingolf Horn gegründet. Nach 10jähriger erfolgreicher Arbeit übergab er am 30.06.2000 die Leitung der AG an Dieter Dreßler. Dieser führt die Arbeit seines Vorgängers erfolgreich weiter und ist bei vielen Vorhaben in der Stadt und im Landkreis mit vor Ort, um sich bei wichtigen Entscheidungen für die Durchsetzung der Belange der Behinderten in diesem Bereich einzusetzen.

Aus gesundheitlichen Gründen konnte Dieter Dreßler seit dem Frühjahr 2010 die AG nicht mehr weiter führen. Neben den Mitarbeitern im Verband – hauptsächlich Petra Christ und Olaf Stiehler – stand auch der langjährige Mitstreiter Ingolf Horn mit Rat und Tat zur Verfügung.

Engagement

Die Aufgaben der AG bestehen darin, bei der Notwendigkeit von behindertengerechtem Planen, Projektieren und Bauen in der Stadt und im Landkreis Gotha mit Beharrlichkeit, Initiativen und verschiedenen Aktionen Einfluss zu nehmen, verstärkt auf die Sorgen und die Probleme von behinderten Menschen aufmerksam zu machen und auf unbürokratische Lösungen zu drängen. Die Probleme in den einzelnen Städten und Gemeinden sind für die Menschen mit Behinderungen unterschiedlich. Mit den zuständigen Mitarbeitern der Stadtverwaltungen oder der Gemeinden, Architekturbüros, Geschäftsleuten, öffentlichen und privaten Investoren, Betreibern von Verkehrsbetrieben und sozialen Verbänden und Vereinen in enger Zusammenarbeit mit der AG Bau und Verkehr versucht man, gemeinsam die Probleme zu lösen.

Barrierefreies Bauen

Um die Wohn- und Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen in Gotha und im Kreisgebiet zu verbessern, wurde als erste Aktion von der AG Bau und Verkehr ein Forderungskatalog erarbeitet, der am 18.10.1990 an Vertreter der Stadt Gotha übergeben wurde.
Der Verband setzt sich für die Schaffung von ausreichendem behindertengerechten und bezahlbaren Wohnraum ein. Bei dem Baugeschehen und der Stadtentwicklung ist Erfreuliches zu beobachten. So sind u.a. bei Bau- und Modernisierungs-maßnahmen des Arbeitsamtes, des Sozialamtes in der Mauerstr., der Baugesellschaft, des Finanzamtes und des Rathauses die Belange der Behinderten berücksichtigt worden (Fahrstühle, behindertengerechte Toiletten, Rollstuhlrampen, Sprechanlagen, Parkplätze, behindertengerechte Besuchszimmer). Der Hauptbahnhof wurde durch umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten modernisiert und auch durch das Bemühen der AG Bau und Verkehr behindertenfreundlich gestaltet. So ist es nun für Rollstuhlfahrer problemlos möglich, das Bahnhofsgebäude zu erreichen. Von hier aus gelangt man mit Hilfe eines Liftes auf die verschiedensten Bahnsteige. Dank einer Hebevorrichtung und einer rechtzeitigen Anmeldung beim Bahnhofspersonal gelangt man auch in die Züge. Auch bei der zukünftigen Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes saß Dieter Dreßler mit am Tisch und brachte die Bedenken und Vorschläge aus Sicht der Behindertenfreundlichkeit mit ein. Mit der Neugestaltung im Victoriaviertel und der Mönchelstraße sind die Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe im wesentlichen ebenerdig zu erreichen.
Erwähnenswert ist auch die neue Treppenanlage im Westviertel der Stadt, die behindertengerecht gebaut wurde. In der Pestalozzistraße konnte ein neues modernes Pflegeheim eröffnet werden. Ein neues Dienstleistungszentrum am Coburger Platz mit Geschäften, Arztpraxen, Physiotherapie, Sparkasse und eine Krankenkasse ist entstanden, um nur einige Beispiele zu nennen.
Alle diese Neubauten sind behindertengerecht gestaltet. Sie sind ebenerdig oder über Rampen und Aufzüge erreichbar. Allerdings gibt es leider auch noch negative Beispiele. So wurde beim Neubau des Kundencenters der Raiffeisenbank in der Gothaer Gartenstraße, im Jahre 2004 eröffnet, nicht an körperlich Behinderte gedacht. Obwohl genügend Platz da ist, wurde an keine Rampe bzw. Schräge für Rollstuhlfahrer gedacht. Da ist auch die Äußerung „Wir haben keinen Rollstuhlfahrer als Kunden“ unbegreiflich. Sie können ja keinen haben, da er gar nicht in das Gebäude kommt. Im Schulneubau der Regelschule „Burgenland“ in Wechmar wurde beim Bau auf Schwellen und Stufen verzichtet. Es wurde ein Aufzug und eine Behindertentoilette installiert. Somit können Schüler mit einem Handicap gleichberechtigt am Unterricht teilnehmen.

Zum behindertenfreundlichen Bauen und Sanieren gehören das Absenken von Bordsteinkanten und Absätzen an Fußgängerüberwegen, Fußgängerampeln, Straßenkreuzungen oder Einmündungen, um Rollstuhlfahrern und gehbehinderten Mitbürgern das gefahrlose Überqueren von Fahrbahnen und das mühelose Erreichen von behindertengerechten Wohnungen und Einrichtungen zu ermöglichen. Erfreulicherweise sind die wichtigsten Fuß- und Ampelüberwege im Stadtgebiet von Gotha in den vergangenen Jahren behindertenfreundlich saniert und modernisiert worden. So wird u.a. in der Waltershäuser Str., Huttenstr., am B.-v.-Suttner-Platz und an der Kreuzung Salzgitter- und Gleichenstraße durch abgesenkte Bordsteinkanten ein problemloses und sicheres Überqueren für Rollstuhlfahrer ermöglicht. Die Beseitigung von baulichen Hindernissen, wie Stufen, Treppen und Absätzen, sowie das Anbringen von Schrägen und das Verbreitern von Eingangstüren an öffentlichen, kulturellen und medizinischen Gebäuden ermöglicht Menschen mit Behinderungen einen eigenständigen Zutritt. Da, wo aus Gründen des Denkmalschutzes oder aus technischen Gründen bauliche Veränderungen nicht möglich sind, ist das Anbringen von Klingeln bzw. Sprechanlagen in Reichweite von Rollstuhlfahrern an diesen Gebäuden erforderlich.
Bei den umfangreichen und aufwendigen Modernisierungs- und Rekonstruktionsarbeiten des Gothaer Rathauses sind trotz strenger Denkmalschutzbestimmungen und bautechnischer Schwierigkeiten die Belange der Menschen mit Behinderungen voll berücksichtigt worden. So wurde an der Westseite des Gebäudes ein Behinderteneingang mit Automatiktür und Sprechanlage eingerichtet. Über eine Rampe mit Handlauf gelangt man direkt zum neugestalteten Aufzug. Mit diesem kann man dann alle Etagen des Rathauses problemlos erreichen. Außerdem gibt es noch zwei behindertengerechte Toiletten. Auch die Infothek am Haupteingang des Rathauses ist ebenerdig und somit von einem Rollstuhl gut erreichbar.
Bei der Gestaltung des Gothaer Kulturhauses am Ekhofplatz sind durch technische Hilfsmittel (z.B. mobile Rampen, herausnehmbare Sitze im Zuschauerraum und ein Behinderten WC) Möglichkeiten geschaffen worden, um auch Schwerbehinderten den Besuch der Kulturveranstaltungen in diesem öffentlichen Gebäude zu ermöglichen. Im Schloss Friedenstein, dem Ekhoftheater und dem Gothaer Museum für Natur sind durch die strengen Auflagen des Denkmalschutzes leider nur sehr begrenzte bauliche Veränderungen möglich, so daß hier z.B. der Einbau eines Fahrstuhles schwer zu realisieren ist. Hier gehen die Bemühungen für eine behindertenfreundliche Lösung weiter. Empfehlenswert ist es, Gebäude, Einrichtungen und Zufahrten, die von Menschen mit Behinderungen problemlos genutzt werden können, mit den Hinweispiktogrammen zu kennzeichnen. Auch bei verschiedenen Stadtrundgängen mit verantwortlichen Vertretern in Waltershausen, Ohrdruf und Tambach-Dietharz konnten Anregungen zur barrierefreien Gestaltung gegeben werden.

Behindertentoiletten, Behindertenparkplätze und ÖPNV

Mit dem Aufstellen von modernen, öffentlichen, behindertengerechten Toilettenanlagen am Naturkundemuseum, in der Blumenbachstraße, am Marstall und auf dem Gothaer Neumarkt hat die Stadtverwaltung einen langjährigen Missstand beseitigen können. Personengebundene Behindertenstellflächen vor den behindertengerechten Wohnungen wurden auf Antrag bei der zuständigen Straßenverkehrsbehörde eingerichtet. Parkplätze für Behinderte befinden sich weiterhin an öffentlichen Einrichtungen, so u.a. im Innenstadtbereich, am Gothaer Hauptbahnhof, am Hauptfriedhof und vor Einkaufsmärkten. Auch beim öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zeigen sich nun positive Veränderungen. Das Busunternehmen Steinbrück in Gotha setzt seit August 1998 im Stadtverkehr von Gotha drei moderne Niederflurbusse ein. Sie sind mit einer elektrischen ausfahrbaren Rampe, einem Extrastellplatz für den Rollstuhl mit Sicherheitsgurt und Notruftaste ausgestattet. Im Busfahrplan befindet sich eine deutliche Kennzeichnung, zu welchen Zeiten die Niederflurbusse eingesetzt werden. Bei der Neugestaltung von Bushaltestellen werden auch verstärkt die Belange von behinderten Fahrgästen berücksichtigt. Schwierigkeiten gibt es aber noch beim Ein- und Ausstieg der Thüringer Wald- und Straßenbahn Gotha. Doch nach dem Anlegen von 2 Metallschienen ist es hier auch für Rollstuhlfahrer möglich, das Verkehrsmittel zu benutzen.

Für dieses Provisorium war im Herbst 2012 endlich ein Ende abzusehen. Dank der unendlichen Bemühungen und der fruchtbaren Zusammenarbeit der AG Bau und Verkehr um Ingolf Horn und Olaf Stiehler mit den behördlichen Institutionen ist es gelungen, trotz fehlender Finanzen die Mobilität der Rollstuhlfahrer und Menschen mit Handicap schrittweise zu verbessern. Die Thüringer Wald- und Straßenbahn kaufte vier gebrauchte Straßenbahnzüge von einem Verkehrsunternehmen in Ludwigshafen. Es waren zwar nicht die neuesten Modelle, lösten aber das Problem. Diese Gelenkzüge verfügen im Mittelteil über einen tiefer gelegenen Zugang. Somit verbessern sich für alle Fahrgäste die Einstiegsmöglichkeiten. Am 18. September 2012 durfte der VdB an der Jungfernfahrt des ersten von vier Zügen teilnehmen und konnte sich von dem bequemen Einstieg überzeugen. Somit konnte eine weitere große Lücke bei der barrierefreien Gestaltung des ÖPNV in der Stadt und dem Landkreis geschlossen werden.

Behindertenwegweiser

Als Orientierungshilfe für behinderte Menschen erschien am 16.01.98 nach vielfältigen Überlegungen unter Federführung der Stadtverwaltung der Stadt Gotha, gemeinsam mit dem Sozial- und Gesundheitsamt des Landratsamtes und der AG Bau und Verkehr des Verbandes der Behindertenwegweiser. Er gibt Auskunft über barrierefreien Zugang von öffentlichen Einrichtungen, Fahrstuhl, Treppenlift, die Lage von Behindertentelefonen, -parkplätzen, -WC’s und dergleichen. Des weiteren enthält er wichtige Informationen über Zugangsmöglichkeiten von öffentlichen Gebäuden, über Öffnungszeiten von Ämtern und Behörden, wichtige Adressen und Telefonnummern von Vereinen, sozialen Verbänden und Beratungsstellen. Außerdem hilft dieser Ratgeber beim Aufsuchen von geeigneten Parkmöglichkeiten, Standorten von Behindertentoiletten und Fernsprechern. Als nützliche Ergänzung zum Behindertenwegweiser ist am 04.02.99 eine Stadtkarte für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte erschienen. Diese übersichtliche Karte enthält wichtige und hilfreiche Informationen für Menschen mit Behinderungen in Gothas Innenstadtbereich. Am 21.02.2001 konnte ein überarbeiteter Behindertenwegweiser unter Mitarbeit des Behindertenverbandes vorgestellt werden.

Individuelle Betreuung

Ein besonderes Angebot gewährleistet der Verband für mehrfach behinderte Mitglieder und ihre Angehörigen. Durch die finanzielle Unterstützung des Landratsamtes Gotha erhalten die Betroffenen (zeitweise fünf Personen mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen) durch den Verband zweimal wöchentlich eine individuelle Betreuung. Sie werden durch den Fahrdienst und Begleitung einer Mitarbeiterin zu Hause abgeholt und in den Verbandsräumlichkeiten betreut, sowie gefördert. Dazu zählt auch die Freizeitbeschäftigung wie die Durchführung von Spielen und der Spaziergang an der frischen Luft. Für die Angehörigen ist diese Betreuungsmöglichkeit eine große Hilfe und Unterstützung, sowie eine zeitweise Entlastung. Können sie in dieser Zeit doch etwas anderes tun. Diese individuelle Betreuung gibt es seit 1991.

Sonstige Angebote

Informationsveranstaltungen

Der Verband organisiert je nach Notwendigkeit Gesprächsrunden und Informationsveranstaltungen für Mitglieder mit kompetenten Persönlichkeiten der unterschiedlichsten Bereiche zu aktuellen Fragen und Problemen. Dabei geht es um die unterschiedlichsten Belange wie Rente, Pflegegeld, die Stufen der Gesundheitsreform, neue Richtlinien und Gesetzmäßigkeiten auf den verschiedensten Gebieten usw.. Es können Probleme angesprochen und Informationen eingeholt werden.

Persönliche Beratung

Es gibt auch die Möglichkeit einer persönlichen Beratung in den Räumlichkeiten des Verbandes mit Vertretern bestimmter Einrichtungen und Institutionen. So fand am 17.03.2004 ein persönliches Beratungsgespräch durch die AOK in den Verbandsräumen statt. Hierbei ging es in erster Linie um die Zuzahlungsbefreiungen. Jeder konnte seine persönlichen Unterlagen mitbringen. Dann rechneten Frau Stein und Frau Tamm in Einzelgesprächen jedem seine eigene Belastungsgrenze aus. Der Verband bietet aber auch Hilfestellungen bei der Erledigung von Behördenwegen und Gängen bzw. Fahrten zu Ärzten.
Und wer nicht weiß wo er seinen nächsten Urlaub verbringen soll, kann sich im Verband an Hand des Handicap-Reisefühers informieren, wie die örtlichen Gegebenheiten an den jeweiligen Urlaubsorten und Unterkünften sind.

Einkauf nach Absprache

Da es für alleinstehende Verbandsmitglieder zum Teil sehr beschwerlich ist einzukaufen, bietet der Verband einmal im Monat die Einkaufsfahrt nach Absprache an. Hierbei ist es möglich, gegen Erstattung der Unkosten, mit dem Fahrdienst zum Einkaufen zu fahren, wobei die Verbandsmitarbeiter dann auch beim eigentlichen Einkauf und Transport zum Auto bzw. notfalls auch bis in die Wohnung behilflich sind.

Aktion Grundgesetz

Bereits 1990 wurde in den USA ein umfassendes Anti-Diskri-minierungsgesetz für Behinderte verabschiedet.
Behindertenorganisationen und – Initiativen in der BRD und anderen Ländern Europas fordern die Verabschiedung von ähnlichen Gesetzen und Gleichstellung Behinderter.
Ein „Initiativkreis Gleichstellung Behinderter“ und Organisationen haben sich gebildet, der die Forderung nach einem umfassenden Gleichstellungs- und Anti-Diskriminierungsgesetz für Behinderte unterstützt. Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen, sind öffentlichkeitswirksame Aktionen notwendig. So finden alljährlich Anfang Mai europaweite Protest- und Informationswochen für die Gleichstellung und Anti-Diskriminierung behinderter Menschen statt. In vielen Städten Europas machen dann die Behinderten mit ihren Angehörigen und Freunden mit den verschiedensten Aktionen und Aktivitäten auf ihre Sorgen und Probleme aufmerksam. Behinderte werden immer noch in vielen Bereichen der Gesellschaft und des öffentlichen Lebens benachteiligt, ausgegrenzt, ja sogar diskriminiert. Angefangen von den baulichen Barrieren, die Chance, einen Arbeitsplatz zu bekommen bis hin zu Kürzungen von Sozialleistungen. Gegen Ausgrenzungen und die sozialen Ungerechtigkeiten muss man sich wehren und die Rechte deutlich und unüberhörbar einklagen.
Auch der Verband der Behinderten Gotha hat sich mit eigenen Aktionen und Veranstaltungen an diesen europaweiten Protest- und Informationswochen beteiligt. So starteten man unter anderem im Stadtzentrum Gothas eine Aktion unter der  Forderung :
„Menschlichkeit statt Mitleid“, „Gemeinsam gegen geistige und bauliche Barrieren für eine behindertenfreundliche Zukunft“.

Am 05.05.1998 bildete man eine Menschenkette um das Gothaer Rathaus. Anschließend zog man durch verschiedene Straßen der Innenstadt und blockierte für eine Stunde die Zufahrt zum Parkplatz Gutenbergstraße und warb mit Handzetteln und in Gesprächen für Verständnis.
Überregional war eine Gruppe von Behinderten aus Gotha bei der Hauptveranstaltung zum internationalen Protesttag unter dem Motto: „Behinderte machen sich ein schönes Wochenende mit der Bahn“ in Erfurt dabei. Bei der Protestveranstaltung und der anschließenden Pressekonferenz wurde deutlich, daß die Bahn AG durch mehr Investitionen behindertenfreundlicher werden muss.
Sinn und Zweck der Veranstaltung ist es, in möglichst vielen Orten auf die derzeitigen Lebenssituationen von Behinderten aufmerksam zu machen und mit Nachdruck eine deutliche Verbesserung zu fordern. So steht es seit dem 15.11.1994 im Artikel 3 Abs. 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland:

Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Besondere Anerkennungen und Auszeichnungen

Im Laufe der Jahre hat sich der Kreisverband der Behinderten Gotha e.V. zu einer festen Größe in der Stadt und dem Landkreis Gotha entwickelt. Dies ist vor allem dem unermüdlichen Einsatzes des Vorstandes des Verbandes sowie den haupt- und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Helfern zu verdanken.
Daher ist es an dieser Stelle erwähnenswert, daß die VdB-Mitglieder, die eine besondere Anerkennung oder Auszeichnung erhalten haben, hier nochmals erwähnt werden.
Am 20.12.1994 erhielten die damalige SHG „Gestaltungsgruppe“ und SHG „Freizeit Kreativ“ den Gruppenpreis des Gothaer Landrates, Dr. Dieter Reinholz.
Am 16.01.1998 erhielt der Leiter der AG Bau und Verkehr, Ingolf Horn, anläßlich des Neujahrsempfangs vom Gothaer Landrat Dr. Dieter Reinholz einen Ehrenpreis.
Am 30.04.1999 erhielt der Vorsitzende des Verbandes, Michael Schneider, die Myconiusmedaille der Stadt Gotha.
Am 13.06.2003 wurde Kerstin Münch vom Thüringer Ministerpräsidenten, Dieter Althaus in Erfurt als „Verdiente Bürgerin Thüringens“ ausgezeichnet.
Am 07.10.2003 wurde Michael Schneider auf einer CDU-Landesveranstaltung in Erfurt geehrt.
Am 04.12.2004 wurde Ludwig Münch auf einer Galaveranstaltung vom Landratsamt/Jugendamt geehrt.
Am 29.03.2012 bekam Michael Schneider von der Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Frau Heike Taubert, in Erfurt das Verdienstkreuz am Bande des Vierdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

Natürlich gab es auch durch den Verband Anerkennungen in Form von Blumen, kleinen Geschenken oder Gutscheinen für die Mitarbeiter oder Mitglieder, die besondere Leistungen für den Verband gebracht haben. Erwähnt werden sollten hier u.a. die ehrenamtlich arbeitenden Frauen oder die fleißigen Losverkäufer. Eine genaue Aufzählung würde hier aber zu weit führen.

Die VdB Vorstände

Der zur Gründungsversammlung 1990 gewählte Vorstand des VdB, war gemäß damaliger Satzung für 1 Jahr im Amt. Seit 1991 wird im Abstand von 2 Jahren ein neuer Vorstand gewählt. Im einzelnen wurde der Verband  bisher von folgenden Vorständen geführt:

 

1. Vorstand: Gewählt zur Gründungsversammlung am 12.05.1990 im
Speisesaal der ehemaligen SED- Kreisleitung Gotha in der Maurerstraße

Vorsitzender:                       Michael Schneider,

Stellv. Vorsitzender:           Detlef Zeyssig,

Kassenwart:                         Ute Och

Beisitzer:                              Ingolf Horn, Katrin Naujoks, Gerhard Neudert, Dr. Sabine Schmidt,

                                          Frank Schramm, Johanna Schuchardt

 

2. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 09.11.1991 im
ehemaligen Speisesaal des Gothaer Getriebewerkes in der Karl-Liebknecht-Straße

Vorsitzender:                       Michael Schneider,

Stellv. Vorsitzender:           Frank Schramm,

Kassenwart:                         Carmen Reitz,

Beisitzer:                              Manfred Backhaus, Ingolf Horn, Jürgen Kraußer, Ute Och, Edgar Wiederhold, Detlef Zeyssig

 

3. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 27.11.1993 im
Gemeinschaftshaus in der Goldbacher Siedlung in Gotha

Vorsitzender:                       Michael Schneider,

Stellv. Vorsitzender:           Ludwig Münch,

Kassenwart:                         Carmen Reitz,

Beisitzer:                              Manfred Backhaus, Ingolf Horn, Jürgen Kraußer, Ute Och, Christina Schütze, Edgar Wiederhold

 

4. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 28.10.1995 im
Speisesaal des ehemaligen Kraftfahrzeugwerkes Gotha in der Kindleber Straße

Vorsitzender:                       Michael Schneider

Stellv. Vorsitzender:          Manfred Backhaus

                                              Ludwig Münch

Kassenwart:                         Carmen Reitz

Beisitzer:                              Hubert Abraham, Jürgen Kraußer, Ute Och, Edeltraud Wiederhold, Edgar Wiederhold

 

5. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 18.10.1997 im
FIZ des VdB Gotha in der Damaschkestraße

Vorsitzender:                       Michael Schneider

Stellv. Vorsitzender:           Manfred Backhaus

                                               Ludwig Münch

Kassenwart:                         Beata Dreßler

Beisitzer:                              Hubert Abraham, Jürgen Kraußer, Ute Och, Johanna Schuchardt, Edgar Wiederhold

 

6. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 30.10.1999 im
FIZ des VdB Gotha in der Damaschkestraße

Vorsitzender:                       Michael Schneider

Stellv. Vorsitzender:           Dieter Dreßler

                                               Ludwig Münch

Kassenwart:                         Beata Dreßler

Beisitzer:                              Jürgen Kraußer, Kerstin Münch, Ute Och, Helga Sauerbrey, Helga Schultz

 

7. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 27.10.2001 im
FIZ des VdB Gotha in der Damaschkestraße

Vorsitzender:                       Michael Schneider

Stellv. Vorsitzender:           Dieter Dreßler

                                               Ludwig Münch

Kassenwart:                         Beata Dreßler

Beisitzer:                              Jürgen Kraußer, Fritz Müller, Kerstin Münch, Helga Schultz, Jürgen Vorreiter

 

8. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 15.11.2003 im
FIZ des VdB Gotha in der Damaschkestraße

Vorsitzender:                       Michael Schneider

Stellv. Vorsitzender:           Dieter Dreßler

                                               Ludwig Münch

Kassenwart:                         Beata Dreßler

Beisitzer:                              Jürgen Kraußer, Kerstin Münch,Helga Schultz, Olaf Stiehler, Jürgen Vorreiter

 

9. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 29.10.2005 
im FIZ des VdB Gotha in der Damaschkestraße

Vorsitzender:                      Michael Schneider

Stellv. Vorsitzender:          Dieter Dreßler

                                              Ludwig Münch

Kassenwart:                       Beata Dreßler

Beisitzer:                            Michael Genzel, Christin Hartleb, Kerstin Horn (Münch).
                                            Jürgen Kraußer, Olaf Stiehler


10. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 27.10.2007 
im FIZ des VdB Gotha in der Damaschkestraße

Vorsitzender:                      Michael Schneider

Stellv. Vorsitzender:          Ludwig Münch

                                              Olaf Stiehler

Kassenwart:                        Beata Dreßler

Beisitzer:                             Petra Christ, Michael Genzel, Christin Hartleb, Kerstin Horn, Fritz Müller

 

11. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 17.10.2009 
im FIZ des VdB Gotha in der Damaschkestraße

Vorsitzender:                     Michael Schneider

Stellv. Vorsitzender:         Ludwig Münch

                                             Olaf Stiehler

Kassenwart:                        Kerstin Horn

Beisitzer:                             Petra Christ, Beata Dreßler, Michael Genzel, Christin Hartleb, Fritz Müller

 

12. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 05.11.2011
im FIZ des VdB Gotha in der Damaschkestraße

Vorsitzender:                      Michael Schneider

Stellv. Vorsitzender:          Ludwig Münch

                                             Olaf Stiehler

Kassenwart:                      Kerstin Horn

Beisitzer:                            Petra Christ, Michael Genzel, Christin Hartleb, Fritz Müller

 

13. Vorstand: Gewählt zur Mitgliederversammlung am 09.11.2013
im FIZ des VdB Gotha in der Damaschkestraße

Vorsitzender:                      Olaf Stiehler

Stellv. Vorsitzender:          Ludwig Münch

                                             Petra Christ

Kassenwart:                      Kerstin Horn

Beisitzer:                             Michael Genzel, Christin Hartleb, Cordula Kellner, Fritz Müller, Katrin Schneider